Briegel und der Nagellack

Diese Anekdote wird besonders von den Mittelstufenschülerrinnen begrüßt bzw. kann - aus leidiger Erfahrung - auch von den ehemaligen Schülerinnen gut nachempfunden werden, die damals ihre ersten Kosmetik- und Schminkerfahrungen machten.

Kaum tauchten ab der 7. Klasse die ersten zarten Versuche mit Lidschatten, Lippenstift und Nagellack im Hauptunterricht zur Freude der Jungen auf, wurde sofort jedoch den ‘jungen Damen’ von den Klassenlehrerinnen klargemacht, daß die sich ihre Körperbemalungen umgehend ‘abschminken’ können. Vom Unterricht kurzzeitig suspendiert mußten die Mädchen unverzüglich besagten Lehrer aufsuchen, der aus seinem reichen Fundus an Lackentferner und Nitroverdünner sofort den lackierten Nägel zu Leibe rückte; die Lidschattenschminke und die Lippenstiftfarbe wurden aber nur mit Wasser und Seife entfernt. So endeten besagte Schminkversuche meist mit etwas geröteten Händen und verweinten Augen und beim nächsten Lippenstiftkauf wurde - praktischerweise - zusätzlich in ein hautverträgliches Abschminkprodukt investiert.

Außerdem:
Bei Harzwanderungen werden auch nie wieder sog. “Harmonische Achten” gelaufen, um den Schülern bei strömenden Dauerregen körperlich müde zu machen und ein ‘Outdoor-Event’ zu simulieren, obwohl die nächste geplante Jugendherberge nur knapp 10 km Luftlinie entfernt liegt. Nur eine Handvoll tollkühne Schüler verließen sich auf ihr Kartenmaterial und schlugen sich auf eigene Faust mit Kompaß und Landstraßenschildern durch Dick und Dünn und erreichten wohlbehalten ca. 5 Stunden früher die trockenen Räume der Herberge. Übrigens: Im Zeitalter von mobilen GPS-Empfängern haben solche ‘Trainingseinheiten’ sowieso keine Chance mehr!

Trotzdem: Die Schule verliert einen einmaligen Pädagogen - Hut ab vor seinem Lebenswerk!
Felix Feuchtner

News Datum: 09. August 2004 | 22:46 Uhr | zurück


Hamburg, im April 2011